Wild Bees-Damen Ü35 sind DEUTSCHER MEISTER!

Es war angerichtet. Wochenlange Planungen, zwei Hallen, dutzende Kuchen, Grillfest und rund 100 ehrenamtliche Helfer. Die Wildbees Sandhausen erwiesen sich an diesem Wochenende als würdige Gastgeber für die Deutschen Ü35 Meisterschaften der Damen. Nur den Titel, den wollten die Damen nicht mit den Gegnern teilen und so krönte sich, am Ende eines tollen Wochenendes, die heimische Spielgemeinschaft der SG Sandhausen/SSC Karlsruhe/TB Pforzheim erstmalig zum Deutschen Meister!

Bereits um 14 Uhr am Samstag starteten die ersten Spiele. In zwei Vorrundengruppen kämpften die acht Teams aus ganz Deutschland um eine gute Ausgangslage für den zweiten Turniertag. In der Gruppe A traf die SG Sandhausen/KA/PF auf TuS Neukölln, die DJK Frankenberg Aachen und den Vorjahresmeister SG München. Mindestens das kleine Finale sollte es werden, so die Zielsetzung der Damen um Coach Bommer und damit besser als Platz fünf in den letzten beiden Jahren. Im ersten Spiel konnten die Sandhäuserinnen, vor ansehnlicher Kulisse, dank einer konzentrierten und souveränen Leistung, den TuS Neukölln mit 55:35 bezwingen und einen gelungenen Turnierstart feiern. Im zweiten Spiel gegen die DJK Frankenberg lief es dann nicht ganz so rund. Nach zähem Ringen stand jedoch der zweite Sieg (39:55) auf der Habenseite. Parallel erspielten sich die Titelverteidigerinnen der SG München ebenfalls zwei Siege, so dass alles für das entscheidende Gruppenspiel um den Finaleinzug am Sonntagmorgen gerichtet war.

In Gruppe B duellierten sich New Basket Oberhausen, SG Würzburg, BBC Osnabrück und die SG Kronberg/Grünberg/Bad Homburg um die Plätze. Nach zwei Gruppenspielen stand Oberhausen nach knappen Siegen gegen Würzburg (33:29) und Kronberg (46:39) bereits als Finalteilnehmer fest.

Bei einem gemeinsamen Grillfest fand der Samstagabend einen gemütlichen Ausklang. Staunen herrschte, als ein Teil der Neuköllnerinnen auf Fahrrädern gesichtet wurde. Bestanden doch arge Zweifel, dass die Damen den langen Weg von Berlin auf Rädern zurückgelegt hatten. Zur Beruhigung aller erwiesen sich die Fahrräder als freundliche Leihgabe des Residenz Royal Hotels. Hervorragend durch die fleißigen Helfer der Wild Bees mit Steak, Wurst und anderen Köstlichkeiten versorgt, wurde nebenbei die Fußball-WM verfolgt.

Bereits um 9:30 Uhr am Sonntagmorgen flogen wieder die ersten Bälle durch beide Hallen. Während sich die SG Kronberg in Gruppe B gegen die SG Würzburg knapp mit 42:40 durchsetzen und somit den begehrten Platz im kleinen Finale sichern konnte, erspielte sich New Basket Oberhausen gegen den BBC Osnabrück den dritten Vorrundensieg (41:35) und stand verdient im Finale.

In Gruppe A kam es zum entscheidenden Duell um den Finaleinzug zwischen den Spielgemeinschaften aus Sandhausen und München. Die Wild Bees schworen sich vor dem Spiel auf ihre Gegnerinnen ein: Jetzt alles investieren, was noch an Kräften vorhanden ist, ein Sieg und eine Medaille wäre sicher. Vielleicht hatten die Münchnerinnen am Samstagabend den Meistertitel ihrer Bayern-Herren ausgiebig gefeiert, so hofften einige. Es entwickelte sich ein enges, hitziges Duell, dass trotz der frühen Uhrzeit zahlreiche Zuschauer in die Hardtwaldhalle lockte. Die Wild Bees spielten konzentriert und konnten sich im dritten Viertel auf zehn Punkte absetzen. Auch ein letztes Aufbäumen der Münchnerinnen wurde erfolgreich abgewehrt. Endstand 44:40, Finale, in eigener Halle, der insgeheime Traum vieler Spielerinnen und Helfer, war in Erfüllung gegangen.

Hardtwaldhalle 15 Uhr, das große Finale. Gut 150 Zuschauer sorgten für eine fantastische Stimmung. Die Vorstellung der Spielerinnen und die Nationalhymne bildeten einen würdigen Rahmen für das Duell um den Meistertitel. Die Sandhäuser Damen waren sofort hellwach und erspielten sich eine erste Führung. Woher diese Energiereserven kamen, wussten einige nach dem Spiel so recht selber nicht. Auf alle Versuche der Oberhausener Spielerinnen hatten das Kooperationsteam die richtige Antwort parat. Die Zuschauer gingen bei jeder Aktion mit. Bereits eine Minute vor Schluss wurde der Meistertitel mit Standing Ovations gefeiert. Nach der Schlusssirene (39:33) gab es kein Halten mehr, erschöpft, aber glücklich lagen sich die Spielerinnen in den Armen. Mittendrin Buzz the Bee, das Maskottchen der Wild Bees. Stolz nahm Kapitänin Kathrin Schmitt den begehrten Pokal aus den Händen von Bürgermeister Kletti entgegen.

Das kleine Finale gewann die SG München (41:27) gegen die SG Kronberg/Bad Homburg. Platz fünf ging mit einem 43:33 Sieg gegen DJK Frankenberg Aachen an die SG Würzburg. Auf den Plätzen sieben und acht landeten der TuS Neukölln und das Team Osnabrück (39:31).

Die Wild Bees bedanken sich bei allen Teams, Zuschauern, Helfern und allen, die dieses Wochenende unvergesslich gemacht haben. Die nächste Ü35-Runde kann kommen! Als Titelverteidiger heißt es für die SG Sandhausen dann ‚Auf ein Neues‘. Über ein mögliches Centerproblem muss sich Meistercoach Bommer dann sicherlich keine Gedanken machen, da seine Spielerinnen voller Stolz dieses Wochenende sicher einen Meter gewachsen sind. (Dr. Regine Lüpertz)

Es spielten: Claudia Bommer, Christiane Grimm, Simone Grunert-Baier, Mirna Kasper, Regine Lüpertz, Manuela Moritz, Anja Pitschmann, Stefanie Schenk, Kathrin Schmitt, Natalia Soltau, Jennifer Teske, Ludmilla Voitkova. Zum Kader gehören außerdem: Anja Beidinger, Agnes Mesteri, Susanne Möller, Marion Müller, Montserrat Viudes Soler. Coach: Andreas Bommer

Endstand:
1. SG Sandhausen/SSC Karlsruhe/TB Pforzheim
2. New Basket Oberhausen
3. SG Bayern München
4. SG Bad Homburg/Kronberg
5. SG TG Würzburg
6. DJK Frankenberg Aachen
7. TuS Neukölln
8. Team Osnabrück