Integration auf dem Basketball-Parkett

Der syrische Basketball-Trainer Omar Kassas flüchtete aus seiner Heimatstadt Aleppo und erhält dank einer einzigartigen Kooperation zwischen BBW und BBU ‘01 die Chance, in Deutschland Fuß zu fassen.

Bei der Vertragsunterschrift: BBW Leistungssportkoordinator Reiner Braun, Omar Kassas, Dr. Thomas Stoll (v.l.n.r.)

Der ehemalige syrische Nationalspieler Omar Kassas (46) verstärkt das Trainer-Team von BBU ’01 und wird gleichzeitig für den Basketballverband Baden-Württemberg (BBW) tätig sein. Möglich wurde diese einzigartige Kooperation durch den Landessportverband Baden-Württemberg, der die dafür nötigen Mittel schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellte. Kassas, der nach seiner Flucht aus Aleppo zunächst in Pforzheim landete, wird zunächst drei Tage pro Woche in Ulm als Trainer arbeiten und gleichzeitig am Wochenende dem Landesverband zur Verfügung stehen. Sobald es Kassas Aufenthaltsstatus erlaubt, soll der Familienvater (zwei Kinder) nach Ulmer umziehen.

„Wir bedanken uns ganz herzlich beim Landessportverband Baden-Württemberg für die zusätzliche Förderung, ohne die die Anstellung von Herrn Kassas in Ulm nicht hätte realisiert werden können. Es handelt sich hier um eine bundesweit einmalige Gelegenheit, Geflüchteten auch im Bereich des Leistungssports eine Möglichkeit der Integration in Deutschland zu geben“, erklärt BBW-Präsident Joachim Spägele.

v.l.n.r.: Andreas Oettl, Omar Kassas, BBW-Leistungssportkoordinator Reiner Braun, BBW-Geschäftsführer Christoffer Mörbe, Dr. Thomas Stoll

Omar Kassas gewann als Spieler sieben Mal die syrische Meisterschaft und nahm mit der Nationalmannschaft seines Landes unter anderem an der Weltmeisterschaft in Kanada (1991) teil. Als Trainer arbeitet Kassas seit 1999. Bis 2014 war der 46-Jährige als Coach für Al Ittihad Aleppo aktiv – sowohl auf dem höchsten syrischen Herren-Niveau, als auch im Jugendbereich. „Für mich ist das wie die Erfüllung eines Traumes. Ich bin unheimlich dankbar für die Möglichkeit, die mir hier eröffnet wird. Ich glaube aber auch, dass ich durch meine Erfahrung als Trainer helfen kann“, sa Kassas.

Für BBU ‘01 Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll ist das Engagement von Kassas mehr als eine humanitäre Geste. „Wir sind ständig auf der Suche nach qualifizierten Jungendtrainern – denn die Entwicklung im Nachwuchsbereich ist enorm“, so Stoll, der sich auch deshalb intensiv um eine neue Trainingshalle bemüht. „Mit Omar bekommen wir einen sehr erfahrenen Trainer, der seit mehr als 15 Jahren im Jungendbereich aktiv ist. Dass wir gleichzeitig unserer sozialen Verantwortung als Basketball-Club nachkommen können, macht die Kooperation mit dem BBW zu einer runden Sache“, so Stoll.

Zitate

Joachim Spägele (BBW-Präsident) „Wir bedanken uns ganz herzlich beim Landessportverband Baden-Württemberg für die zusätzliche Förderung, ohne die die Anstellung von Herrn Kassas in Ulm nicht hätte realisiert werden können. Unser Dank gilt weiterhin der BBU ‘01 Sektion BW und den Geschäftsführern Dr. Thomas Stoll und Andreas Oettel für deren Engagement, die unkomplizierte Zusammenarbeit bisher und natürlich für ihre Bereitschaft, gemeinsam mit uns und dem Landessportverband Baden-Württemberg Herrn Kassas die Chance zu ermöglichen, in Deutschland Fuß zu fassen. Es handelt sich hier um eine bundesweit einmalige Gelegenheit, Geflüchteten auch im Bereich des Leistungssports eine Möglichkeit der Integration in Deutschland zu geben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Herrn Kassas und Ulm als unserem Partner und sind überzeugt, mit ihm eine Bereicherung für den Nachwuchsbasketball in Baden-Württemberg gewonnen zu haben.“

Dr. Thomas Stoll (Geschäftsführer BBU ‘01): „Wir sind ständig auf der Suche nach qualifizierten Jungendtrainern – denn die Entwicklung im Nachwuchsbereich ist enorm. Mit Omar bekommen wir einen sehr erfahrenen Trainer, der seit mehr als 15 Jahren im Jungendbereich aktiv ist. Dass wir gleichzeitig unserer sozialen Verantwortung als Basketball-Club nachkommen können, macht die Kooperation mit dem BBW zu einer runden Sache.“

Omar Kassas (Trainer): „Für mich ist das wie die Erfüllung eines Traumes. Wenn ich meinen Freunden in Syrien erzähle, dass ich schon nach einem Jahr in Deutschland einen Job habe, dann glaubt mir das keiner. Ich bin unheimlich dankbar für die Möglichkeit, die mir hier eröffnet wird. Ich glaube aber auch, dass ich durch meine Erfahrung als Trainer helfen kann.“

Quelle: BBU ’01 Sektion BW

Bilder: Harry Langer